Aktuelles

Aktuelles, die 1.

Ich danke allen, die unser Theaterstück „Seele“ am 22./23. September 2017 im Neuen Schauspiel Leipzig sehen wollten. Das  Stück wurde zum letzten Mal gezeigt. Ich hatte die Ehre, an diesem Theaterstück mitwirken zu können. Und anstelle eines eigenen Fazits lasse ich eine Besucherin zu Wort kommen:

Ich bin so begeistert. Dieses Stück ist ein wahres Meisterwerk. Es ist wahre Kunst. Es ist Grausam, auf so vielen Ebenen. Es peitscht Mitten ins Gesicht. Es spielt mit uns, mit unseren Sinnen, es lässt uns diese Seele sein. Es lässt uns diese Seele fühlen. Es schmeißt uns in Hilflosigkeit. In Stress.

Weitere Informationen, einige Bilder, etc. gibt es auf der Webseite vom StreetBikeTheatre.

Aktuelles, die 2.

Die Wahl zum 19. Bundestag ist nun gelaufen, ich freue mich über die höhere Wahlbeteiligung und auch sonst ist das Ergebnis bekannt und medial derzeit viel diskutiert.

Da wäre zum einen eine mögliche Regierungsbildung zwischen Grünen, FDP und CDU/CSU. Spannend und gleichzeitig eine große Herausforderung. Als wäre es nicht schon eine Kunst so unterschiedliche Wahlprogramme in einen Koalitionsvertrag zu übersetzen, führt der derzeitige Drang von Teilen der CDU wie in Sachsen und der CSU nach Rechts nicht zu einem koalitionsförderlichen Eindruck zwischen den drei (bzw.) vier Parteien, die bislang maximal auf Landesebene in dieser Konstellation zusammen regierten. Allerdings eines ist diese Konstellation ganz bestimmt nicht: alternativlos. Sollte kein vernünftiger Koalitionsvertrag zustande kommen, der von allen mitgetragen werden kann, bliebe immer noch die Möglichkeit einer großen Koalition (ja, Herr Schulz von der SPD hat das kurz nach der Bekanntgabe der Ergebnisse ausgeschlossen, aber miteinander geredet werden sollte in dem Moment dann doch). Oder es wird eine Minderheitsregierung gebildet, die durch die Zusammenarbeit mit anderen Fraktionen im Bundestag ihre Vorhaben durch bekommt. Im Extremstfall -und nicht zu wünschen- bliebe immer noch eine Neuwahl. Also, es gibt genügend Alternativen -wobei eine schließe ich aus. Womit wir beim nächsten Thema wären.

Es gibt eine neue Fraktion im Bundestag und, nein, ich meine nicht die FDP, auch wenn diese ebenfalls wieder neu in den Bundestag einzieht. Ich meine jene, die durch menschenfeindliche Kommentare, völkische und nationalistische Aussagen gerne auffällt und sich darin gefällt, die Grenzen des Sagbaren immer weiter zu verschieben. Die nächsten vier Jahre werden nun zeigen, auf welche Weise sich dadurch die Debattenkultur im Bundestag verändern wird. Dass sie das tun wird, davon ist nach allem, was von denen so aus den Landtagen zu hören ist, auszugehen. Es wird emotional schwierig werden, deren Aussagen auszuhalten und gleichzeitig immer wieder sachlich argumentativ gegenzuhalten. Die Abgeordneten aus dem Bundestag werden sich von jenen aus den Landtagen sicherlich den einen oder anderen Rat holen.

Immerhin gibt es bereits am Tag 1 nach der Wahl die Gelegenheit kurz das Popcorn herauszuholen. Von diesen Gelegenheiten wird es jedoch nicht sehr viele geben.

Und in Sachsen, wo diese eine Partei die meisten Stimmen im Vergleich zu den anderen 16 Bundesländern bekommen hat und knapp vor der größten Regierungspartei CDU landete, wird in 2 Jahren der Landtag gewählt… Feierlich wird das nicht.

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Auf diesem Wege rufe ich alle Wahlberechtigten* auf, zur anstehenden Bundestagswahl am kommenden Sonntag, 24.9.2017 zu gehen. Denn es ist eines unser wichtigsten Errungenschaften: Das allgemeine, gleiche, unmittelbare, frei und geheime Wahlrecht. Alle, die wahlberechtigt sind, sollten deshalb ihre Stimme nutzen -für sich selbst, aber auch in Gedanken daran, dass 85.000 volljährige Männer* und Frauen*, die aufgrund einer Beeinträchtigung bspw. unter Betreuung stehen, vom Wahlrecht ausgeschlossen sind, obwohl auch sie von den Handlungen der Bundesregierung betroffen sind. Und auch in Gedanken an jene, die noch nicht die deutsche Staatsbürgerschaft haben, obwohl sie hier leben, teilweise sogar hier geboren wurden und politische Entscheidungen auch sie betreffen.

Liebe Mitmenschen*, dieses Jahr 2017 entscheidet Ihre und Eure Stimme darüber, wie stark jene Parteien vertreten sein werden, die für eine vielfältige, inklusive und weltoffene Gesellschaft stehen. Macht diese Parteien mit Ihrer und Eurer Stimme stark! Sorgen wir durch die sorgfältige Nutzung unseres Stimmrechts gemeinsam dafür, dass  jene Partei, die mit homophoben, antisemitischen, rassistischen und frauenverachtenden Positionen auf sich aufmerksam macht, allen Umfragen zum Trotz die 5%-Hürde nicht erreicht.