LiteraMOS

Ohne Titel

Am Wegesrand
ein Eichhorn sich befand.
Das guckte verdrießlich,
weil ungenießlich
die Nuss
es fand.

(Erschienen erstmals in der LiteraMOS [Nr. unbekannt] )

 

DER NARR

Er denkt, dass er denkt,
der Narr.
Er glaubt, dass er weiß,
der Narr.
Er meint, dass er weiß, wie etwas vorzutäuschen ist,
der Narr.
Er behauptet, dass er einen Spiegel in der Hand hält,
der Narr.
Er sagt, dass er den Spiegel nicht zeigen kann,
der Narr.
Er lacht, wenn er Lügen spricht,
der Narr.
Er lügt, wenn er Wahres spricht,
der Narr.
Er spielt, wenn man ihm zusieht,
der Narr.
Er arbeitet, wenn er spielt,
der Narr.
Ein Narr, wer dem Narren aufs Wort glaubt –
Narr, der.

(Erschienen erstmals in der LiteraMOS 12)

NARBEN

Sichtbare und unsichtbare
Narben
tragen alle Menschen mit sich.
Unsichtbare Narben entstehen durch
Enttäuschungen.
Sichtbare Narben entstehen durch
Operationen und Unfälle.
Doch eines haben beide gemeinsam:
Sie bleiben für immer,
haften an Erinnerungen
und am Leben
eines jeden Menschen.

(Erschienen erstmals in der LiteraMOS 13)

 

SCHLÜSSE

Alles zerfallen,
liegt darnieder
wie unzählige Spiegelscherben.
Du –
Bruchstücke.

(Erschienen erstmals in der LiteraMOS 13)

 

MATHE-STUNDE

eins, zwei
schon eilt er herbei
drei, vier
was tun wir bloß hier?
fünf, sechs
alle sind perplex
sieben, acht
einer aufgewacht?
neun, zehn
alle können geh’n.

(Erschienen erstmals in der LiteraMOS 14)

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